• 21.03.17 Di 21:15
  • 22.03.17 Mi 01:55 WDH
Staffel 2 // Folge 5 von 8

So denkt Österreich

Folge 5

Otto und Christine sind seit 40 Jahren verheiratet und doch politisch uneins. Vor allem bei der Sinnhaf-tigkeit des Wählens scheiden sich die Geister. Otto hält es schlicht für vergeudete Zeit zur Wahlurne zu schreiten, doch nach so vielen Jahren Ehe hat er gelernt das Widerstand zwecklos ist und er macht was seine Gattin will, auch wählen gehen. Lotte, eine ehemalige Kellnerin, hat auch die düsteren Seiten des Lebens kennen gelernt: sie war mit einem Alkoholiker verheiratet. Geschlagen, so betont sie, hat er sie jedoch nie, weil da hätte sie ihm ordentlich Paroli geboten. Derzeit regt die Pensionisten die Arbeitsmoral der Gesellschaft auf. Zu viele Menschen, auch in ihrem Bekanntenkreis, nehmen den Sozialstaat aus dass es ein Graus ist. Der Wiener Horst kümmert sich als Hausbesitzer vor allem liebevoll um seinen Garten. Der ganze Stolz darin ist eine Föhre. Er beklagt ebenso die Moral der heutigen Zeit in der die Menschen in der Wirt-schaft vor allem lernen andere übers Ohr zu hauen. Sein Fazit: das oberste Ziel scheint es zu sein an-deren etwas wegzunehmen damit man selbst mehr hat. Franz ist glücklich. Nach vielen Jahren haben er und sein Sohn Franz jun. wieder zu einander gefunden, als er von seiner Gattin mit der Pistole bedroht und aus der Wohnung gejagt wurde. Was die beiden nicht verstehen ist die Qualifikationsanforderung für Ministerposten. Scheinbar kann das jeder ohne einschlägige Ausbildung tun, wohingegen man für jedes Gewerbe in Österreich eine Schulung braucht. Irene bekommt als Kellnerin viel von solchen Weisheiten zu hören. Privat schlägt sie sich jedoch nicht mit derlei irdischen Dingen herum. Sie glaubt an ein Leben nach dem Tod. Um sich spirituell weiterzu-entwickeln, war sie schon bei einem geistigen Führer namens Braco und erzählt, wie es ihr dort ergan-gen ist.

Genre
Reportage
  • 28.03.17 Di 21:15
  • 29.03.17 Mi 01:55 WDH
Staffel 2 // Folge 6 von 8

So denkt Österreich

Folge 6

Manuela, eine Bäuerin aus Kärnten, leitet seit Jahren einen Familienbetrieb und arbeitet quasi rund um die Uhr. Ihr Tag beginnt um 2 Uhr früh und endet um 22 Uhr. Was sie auf die Palme bringt, ist dass die Kinder heutzutage das Sparen verlernen, wenn es keine Zinsen mehr gibt. Überhaupt sieht sie die Zu-kunft düster, denn wenn es so weiter geht wird bald keiner mehr Geld haben. Schuld daran, sind zum Teil die Menschen selbst. Denn wer im Supermarkt stets zum günstigsten Produkt greift, der rationali-siert damit automatisch Arbeitskräfte weg. Herbert baut gerade das Haus seiner Tochter um und hat alle Hände voll zu tun. Seine Sicht zur Wohl-standsverteilung ist mehr als pragmatisch: Ohne Arme gäbe es nun mal keine Reichen auf der Welt. Er selbst sieht sich als Mittelstand, der jedoch zunehmend verschwindet. Helene beklagt, dass sie ihren Mann verloren hat – gleich mehrere Male. Er ist ihr immer wegen seiner Demenz davon gelaufen. Jetzt ist sie sauer auf die Kirche, die ihn ihr ganz und viel zu früh weggenom-men hat. Das hätte der Herrgott nicht tun dürfen. Jetzt lebt sie allein und fühlt sich in Wien nicht mehr so sicher wie früher. Bekannte sind sogar am Weg zum Friedhof überfallen worden, Gerüchten zufolge. Gabi liebt die Murmeltiere in Bad Gastein. Deshalb hat sie in ihrer Wohnung ein ausgestopftes Exemplar. Täglich grüßt sie ihr Murmeltier, um sich dann mit dem Operngucker ans Fenster zu setzen und zu beobachten, was es Neues auf der Straße gibt. Ihr liebstes Hobby. Antic ist gerade auf kaltem Alkoholentzug und zittert ganz ordentlich. Leider ist er gerade gestern rück-fällig geworden und in seinem Zustand kann er seiner Leidenschaft, dem Zeichnen, nicht frönen. Stolz präsentiert er seine Kunstwerke die sein Leben als Scherbenhaufen zeigen. Diese Darstellung spendet ihm Trost und so will er bald wieder trocken sein, um wieder zeichnen zu können.

Genre
Reportage
Jahr
2016